18 World Jamboree 1995 in Holland


Eröffnungsfeier Jamboree
Endlich geschafft! Nach einer schier endlosen, pannenreichen 2 stündigen Fahrt durch die Nacht, kamen wir, der Trupp Württemberg mit viel Trubel auf unserem Zeltplatz bei Heemstede in Holland an. Hier fand unser 5 - tägiges Vorlager statt, von dem aus unser Thomas, unser super - lieber - netter Busfahrer in die sehenswerten Städte Hollands kutschierte.
Unser erstes Ziel war Amsterdam mit seinen wunderschönen Grachten und Coffee - Shops. In den nächsten vier Tagen folgten weitere Trips nach Den Haag, Rotterdam, Heemstede und Haarlem.

Da uns der 10 minütige Weg zum Klo-Haus durch den Wald zu lang war, fuhren wir deshalb 3 mal zum Waschen an die nahegelegene Nordsee.)

Am Dienstag, den 01. August fieberten wir dem langersehnten und eigentlichen Teil des Lagers entgegen; - dem Jamboree! Nach zwei Stunden Fahrt dort angekommen, erwartete uns ein schöner, ca. 3 km² großer Lagerplatz, auf dem ca. 30.000 Pfadfinder aus 166 verschiedenen Nationen nun 11 gemeinsame Tage erleben sollten. Das Jamboree begann bei hochsommerlichen Temperaturen mit einer Eröffnungsfeier, bei der sogar Königin Beatrix von den Niederlanden und König Karl Gustav von Schweden anwesend waren.
Die nun folgenden Tage verbrachten wir mit zahlreichen Aktivitäten, für die man allerdings ein bestimmtes Ticket benötigte, um daran teilnehmen zu können. Diese Aktivitäten bestanden unter anderem aus einem Astronomiekurs, Nacht-Hajks; Reiten, Theater, Paragliding, Bogenschießen, Ballonfahren, Städterundfahrten und einem Survival-Track, bei dem man sich auf einer 1,5 km langen Strecke auf Seilen, Balken und Netzen über Schlammbecken robben und klettern mußte, um ans Ziel zu gelangen. Hierzu gab es noch 2 Action Center, bei denen man sich mit Surfen, Tauchen, Kajakfahren, Skaten, ... sportlich betätigen konnte. Und obwohl diese "Ticket - Activities" nur unter den Teilnehmern erlaubt waren, gelang es doch einem unserer Truppleiter, sich beim Kanufahren als "Teilnehmer" hineinzumogeln und dabei auch noch andere Boote zu versenken! An einem Abend gab es sogar ein Popfestival, bei dem eine (uns allerdings unbekannte) holländische Band auftrat, und einen Subcampday (Teillagertag). An diesem Tag stellte jeder Trupp aus jedem Land etwas typisches seiner Region vor. Wir, als echte Württemberger ließen es uns nicht nehmen, unsere Besucher echte schwäbische Spätzle schaben zu lassen.
In unserem Teillager hatten wir ebenso die Möglichkeit, Spiele und Gerichte anderer Nationalitäten auszuprobieren. Trotz des vollen Programms blieb uns noch genügend Zeit, um am 200 Meter entfernten Strand baden zu gehen, im Supermarkt oder im Souvenirshop einzukaufen, andere Teillager zu besichtigen, um dort eigene und engere Kontakte mit "Scouts" aus aller Welt zu knüpfen. Am Abend haften wir innerhalb des Camps bis 24 Uhr Ausgang, den die meisten nutzten, um auf der "Plazade" zahlreichen Imbißbuden aufzusuchen. Oder man war bei einem anderen Trupp eingeladen. So hatten wir beispielsweise Japaner und Ägypter zu Gast. Durch Spiele, Gesang, und Unterhaltungen erfuhren wir gegenseitig über unsere Länder und deren Kulturen. Das swoppen ( tauschen) von Trachten, Halstüchern und Aufnähern war allgemein beliebt, wodurch ein regelrechter internationaler Tausch auf dem Lager entstand.
Nach 11 Tagen endete das Jamboree mit einer grandiosen Abschlußfeier und einem riesigen Feuerwerk, bei dem so manches Auge nicht mehr trocken blieb. Und so fuhren wir müde, glücklich und doch traurig, daß die 16 Tage so schnell vorbeigingen, am nächsten Tag wieder nach Hause. Ohne jeglichen Rassismus und Gewalt, dafür mit umso mehr Spaß, vielen neuen Freunden und jede Menge Action war dieses Jamboree in jeder Hinsicht ein beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis.

Tot ziens!

Bericht von Stephanie Essig